Tante Elfriede ist verstorben –

Bild aus dem Haus der Ruhe

Lebensweg

Elfriede Bunnemann geb. Hillmer –

Geboren am 7.2.1937 als 3. Kind von Helene und August Hillmer wächst Elfriede in Wietzendorf im Kreis Soltau (jetzt Heidekreis) auf.
Ihre Kindheit verlebt sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Ernst-August und Magdalene im Haus ihres Opas im Dethlinger Weg.

Elfriedes Elternhaus am Dethlinger Weg in Wietzendorf


Die Zeiten sind schwierig und ihren Vater, der als Soldat dient, sieht Elfriede nur, wenn dieser auf Urlaub in der Heimat ist. Ihre Mutter ist der Ruhepol der Familie, aber sie hat wenig Zeit, denn die Arbeit im Haus und auf dem Feld reißt nie ab.

Der Großvater – er ist Jagdaufseher – ist über viele Jahre hinweg das Familienoberhaupt. Er ist streng, aber die Kinder haben auch viele Freiheiten und auf dem Dorf ist der Zusammenhalt da. Garten, eine Kuh und die Jagd sorgen dafür, dass die Familie nicht hungert und alle 3 Kinder gedeihen.
Die Geschwister halten zusammen, verlieren sich auch später im Leben nie aus den Augen und insbesondere Elfriede und Magdalene gehen ihren Lebensweg weitgehend gemeinsam. Aber die Zeit ist nicht einfach und auch Elfriede sieht die Transporte toter russischer Kriegsgefangener, die im Winter aus einem nahen Lager abtransportiert werden.
Auch der Familie Hillmer ist ein russischer Kriegsgefangener zugeteilt. Elfriede erzählte sie habe gern mit ihm gespielt und er saß immer bei uns mit am Tisch. Für Elfriede war dies selbstverständlich und das spiegelt ihre christliche Erziehung wider, die auf dem Dorf in der Heide verglichen mit vielen anderen Bereichen sehr streng, evangelisch durch ihre Mutter geprägt war. Und der Krieg forderte Opfer – auch Elfriedes Vater kehrte nicht in die Heimat zurück. Als der Krieg vorüber war, blieb das Leben schwierig. Die wirtschaftliche Lage im Haus am Dethlinger Weg war nicht gut und der Großvater fällte die harte Entscheidung, dass die Elfriede und ihre Schwester das Haus verlassen müßten „es gibt nicht genug Platz für alle“ und das Haus erbte ihr älterer Bruder, Ernst-August. Eine gute Schulausbildung hatte gerade auf dem Dorf zu dieser Zeit keine Priorität und insbesondere für Mädchen war nach der Volksschule die Lehre im Haushalt vorgezeichnet. Auch Elfriede ging nach der Schule in Stellung. Aber im Zuge des Wirtschaftswunders boten sich auch neue Chancen und Elfriede zusammen mit ihrer Schwester beschlossen sich umzuorientieren und das VW-Werk in Hannover war ein Glücksfall für beide. Arbeit gab es dort genug und auch privat ging es voran, denn Elfriede lernte bei VW ihren späteren Mann, Fritz Bunnemann, kennen und lieben. Die beiden heirateten am 24.11.1961 und die gemeinsame Wohnung in Stöcken bildete ihren Lebensmittelpunkt. Der Schießsport ausgeübt im Schützenverein Stöcken – Elfriede war 2x Schützenkönigin – und viele Urlaubsreisen waren ihre liebsten Hobbys.

Elfriedes Mitgliedsausweis des Schützenvereins Stöcken – nur der Geburtsort ist falsch 😉

Elfriede war dabei eine resolute Frau, ergänzte sich gut mit Fritz, hielt die Haushaltskasse zusammen und das VW-Werk war über Jahrzehnte ein verlässlicher Arbeitgeber für Elfriede und Fritz, die dort beide im Schichtbetrieb arbeiteten. Ihre Familien verloren beide nie aus den Augen und weil sie keine eigenen Kinder hatten, wurden Nichte und Neffe besonders großzügig beschenkt. Einige Jahre später kauften sie sich dann eine Eigentumswohnung in Berenbostel und wurden Nachbarn von ihrer Schwester und deren Mann. Aber schon wenige Jahre nach ihrer Berentung verstarb ihr Mann Fritz am 28.2.2000, was Elfriede sehr hart traf.

Trost gab ihr ihre Schwester Magdalene und mit ihr unternahm Elfriede weiterhin viele Reisen. Der Tot ihrer Schwester 2019 und ihres Bruders 2020 waren dann wieder schwere Einschnitte und zu Zeiten der Corona Pandemie war sie zudem überwiegend allein in ihrer Wohnung in Berenbostel.

Sehr vernünftig entscheidet sie sich dann ins Haus der Ruhe in Garbsen zu ziehen, da ihr die alltäglichen Arbeiten inzwischen, insbesondere bedingt durch eine einsetzende Demenz, schwerfallen.

Arvin stellt sich bei Elfriede vor

Arvin kommt mit Kathi und Danyar und Elfriedes Zimmer im Haus der Ruhe wird zum Spielzimmer für Arvin.

Arvin zeigt Elfriede mit seinem Papa wie gut er schon malen kann

Im Haus der Ruhe besuchten wir Elfriede immer, wenn wir in der Nähe waren und und auch Arvin kam mit seiner Familie zu Besuch, aber natürlich war Elfriede oft allein, denn alle Angehörigen waren mehr als eine Stunde entfernt und Freunde und Kollegen aus Hannover gab es auch nicht mehr.

19.3.2026
20.3.2026 auf dem Balkon ihres Zimmers im Haus der Ruhe in Garbsen

Elfriede freute sich immer sehr uns zu sehen und zeigt immer Verständnis, wenn wir uns wieder auf den Heimweg machen mussten. Sie war sehr besorgt und wollte niemandem zur Last fallen.

Elfriedes Geburtstag 7.2.2025
An ihrem Geburtstag 7.2.2025 im Haus der Ruhe liest sie ihre Geburtstagskarte

Auch in den folgenden Jahren vermittelt sie trotzdem immer – einmal abgesehen von den letzten Lebenswochen, die geprägt von Schmerzen nach zwei Oberschenkelbrüchen waren – einen zufriedenen, großzügigen und liebenswerten Eindruck und so werden wir sie im Gedächtnis behalten.

Gezeichnet von den Schmerzen ihres Oberschenkelhalsbruchs zurück in ihrem Zimmer im Haus der Ruhe genießt Elfriede es den Rücken gekrault zu bekommen.

Einmal abgesehen von den letzten Lebenswochen, die geprägt von Schmerzen nach zwei Oberschenkelbrüchen waren, war Elfriede immer eine selbstständige, zufriedene, großzügige und liebenswerte Frau und so werden wir sie im Gedächtnis behalten – unsere Tante Elfriede.